Kreisjägerschaft NORDFRIESLAND e.V.

Meer als Jagd

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Medien Information

14. Oktober 2022
Antwortschreiben der Europäischen Kommission zur Aufnahme der Nonnengans in den Anhang II der Vogelschutzrichtlinie der Europäischen Union
KIEL/BRÜSSEL. Am 30. August hat die Landesregierung bei der Europäischen Union die Aufnahme der Nonnengans (Branta leucopsis) in den Anhang II der jagdbaren Arten der europäischen Vogelschutzschutzlinie beantragt. Mit ihrem Antwortschreiben vom 7. Oktober erklärt die Europäische Kommission, dass sie zurzeit keinen Anlass sieht, eine Änderung des Anhangs II der Richtlinie vorzuschlagen. Damit bleibt der Schutzstatus der Nonnengans unverändert. In ihrem Antwortbrief erläutert die Kommission die Entscheidung mit dem Hinweis, dass die Vogelschutzrichtlinie ihrer Ansicht nach bereits jetzt ausreichend Möglichkeiten bietet, Genehmigungen zur Kontrolle von Populationen zu erteilen, um beispielsweise Landwirtinnen und Landwirte vor Schäden auf ihren Flächen zu schützen.
Durch das Schreiben aus Brüssel hat die Landesregierung nun Klarheit darüber, dass auf europäischer Ebene kein weiterer Handlungsspielraum für Veränderungen beim jagdlichen Management der Nonnengansbestände besteht:

Bereits heute unternimmt das Land erhebliche Anstrengungen zur Eindämmung von durch Gänse erzeugte Fraßschäden. Dazu zählt unter anderem

  • die Bereitstellung geeigneter Duldungsflächen für Gänse entlang der Westküste im Umfang von mehr als 10.000 Hektar. Dabei handelt es sich sowohl um landeseigene Flächen als auch Flächen der Stiftung Naturschutz;
  • 13.000 Hektar im Land, auf denen die Gänseduldung durch Vertragsnaturschutzangebote honoriert wird;
  • die lokale Bereitstellung von Futterflächen für vom Gänsefraß besonders betroffene Tierhalter;
  • die Umsetzung der europäischen Vogelschutzrichtlinie, sodass Abschüsse von Nonnengänsen zum Schutz von gefährdeten Kulturen zugelassen sind.

Die bestehenden Maßnahmen werden von der Landesregierung in Zukunft noch um folgende Handlungsschritte ergänzt:

  • ein Angebot weiterer Vertragsnaturschutzangebote für Grünland- und Ackerbewirtschaftende in der kommenden Agrarförderperiode, um zusätzliche Duldungsflächen für Nonnengänse vorzuhalten;
  • die Einleitung eines EU-Notifizierungsverfahrens einer neuen Richtlinie für Ausgleichszahlungen für Nonnengans-Fraßschäden an Sommerkulturen auf Ackerflächen sowie
  • die zukünftige Bereitstellung weiterer Nahrungsflächen für Gänse zur Senkung des Fraßdrucks auf gefährdete Kulturen.

Ministerium für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur
Matthias Kissing 0431 988-7044 / matthias.kissing@mekun.landsh.de
Ministerium für Landwirtschaft, Ländliche Räume, Europa und Verbraucherschutz
Jana Ohlhoff 0431 988-7158  / pressestelle@mllev.landsh.de


Verantwortlich für diesen Pressetext: Matthias Kissing, Christina Lerch, Jonas Hippel| Ministerium für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur | Mercatorstr. 3, 24106 Kiel | Telefon 0431 988-7044 | Telefax 0431 988-7137 | E-Mail: pressestelle@mekun.landsh.de | Presseinformationen der Landesregierung finden Sie aktuell und archiviert im Internet unter http://www.schleswig-holstein.de |
Das Ministerium finden Sie im Internet unter www.mekun.schleswig-holstein.de

 

TAG DER NATUR in Joldelund

Kalle Tadsen, Heidekönigin Leonie Laryea, Hilke Carstensen und Johanna Ehrlich

Der Verein für Naturschutz und Landschaftspflege Mittleres Nordfriesland e.V. feierte  am Sonntag den 24 Juli einen Tag der Natur  in Joldelund, Ossenstieg 15. Anlässlich seines nunmehr über 40jährigen Bestehens  bot er von 10.00 bis 16.00 Uhr auf seinem jüngsten Projekt, dem renaturierten Hof Feddersburg Unterhaltung für Jung und Alt an. Der Vereinsvorsitzende Karl-Peter Tadsen war in seiner Begrüßungsrede stolz und glücklich darüber, dass er unter den zahlreichen Gästen u.a. die Heidekönigin aus Niedersachsen begrüßen konnte.

Naturschutzführung mit Christoph Rabeler

In Festreden und Vorträgen informierten Herr Panthen über die Historie Nordfrieslands speziell bezogen auf die vom Naturschutzverein betreuten Gebiete, Herr Christian Christiansen über den Raum Joldelund, Christoph Rabeler über die aktuell durchgeführte Biodiversifizierung auf den Ländereinen des Hofes Feddersburg und Melf Albertsen über die Entwicklung des Vereins von der Gründung unter Leitung unseres ehemaligen Ministerpräsidenten Peter Harry Carstensen bis hin zu den aktuell durchgeführten  Biodiversifizierungen auf den erworbenen landwirtschaftlichen Nutzflächen.

Bei strahlendem Sonnenschein wurden die vielen Gäste von einem abwechslungsreichen interessanten Programm verwöhnt. Es gab gegrilltes Wildbret und geräucherten Fisch zu essen. Zur musikalischen Unterhaltung spielten am Vormittag Jagdhornbläser, und am Nachmittag sorgte die Feuerwehrkapelle für gute Stimmung.

Ein Teil der Zuschauer bei der Hundevorführung

Auf besonders großes Interesse stießen die von Thore Thiessen dargebotenen  Hundevorführungen. Nachdem er die verschiedenen Rassen vorgestellt hatte, ließen einige Hundeführer*Innen Einiges aus dem Repertoire ihrer ausgebildeten und geprüften Jagdhunde vorführen. Alle Hunde zeigten tolle Leistungen und wurden mit reichlich Applaus belohnt. Auch am Infomobil der Kreisjägerschaft Nordfriesland zeigten sehr viele Gäste jeden Alters großes Interesse an den aufgestellten Informationstafeln und an den vielen ausgestopften Tierpräparaten. Anwesende Jäger*Innen konnten Fragen z.B.  zum ausgestellten Neozon, dem Marderhund, beantworten oder was zu tun ist, wenn ein Steinmarder im Dachgebälk für Unruhe sorgt. Kinder waren mit großem Eifer dabei, verschiedene Ringe an der Wählscheibe so lange zu drehen, bis Rumpf, Läufe und Kopf zusammenpassten und ein komplettes Tier ergaben. Auch ein Falkner erklärte anhand von Präparaten und Bildern den vielen anwesenden Jäger*Innen und den interessierten Gästen die Ausbildung von Greifvögeln und ihren Einsatz in der Jagd.

Auf einem Imkerstand konnte man Einiges über die Haltung der Bienen, die Herstellung von Honig erfahren und ein süßes Mitbringsel erwerben. Nebenan konnte man sich Infos über einen in Nordfriesland angebauten Wein und über die Zucht einer seltenen Schafsrasse einholen. Das angebotene Blasrohrschießen machte Jung und Alt Spaß und führte schnell zum Erfolg. Pfadfinderinnen zeigten den kleinen Gästen, wie man Stockbrot backt. Ganz viel Spaß hat den Kleinen natürlich das Ponyreiten bereitet. Wer sich über die Technik zur Bearbeitung seines Gartens informieren wollte, konnte es auf einem dafür eingerichteten Stand tun.

Christoph Rabeler, 2. Vors., erklärt das Naturschutzprojekt

Seit seiner Konstituierung lässt sich der  Naturschutzverein bei seiner Arbeit von dem Ziel leiten, Interessen der Landwirtschaft, der Jagd, der Gemeinden, der Bewohner sowie behördlichen Institutionen für die weitere Entwicklung des Naturschutzes sowie der Landschaftspflege in der Region zusammenzuführen.
So wurde z. B. in Feddersburg/Joldelund  der sich stark ausbreitende, invasive Traubenkirschenaufwuchs entfernt, 1.800 m neue Erdwälle aufgesetzt, das der Entwässerung dienende Rohrsystem teilweise abgekoppelt und durch Gräben ersetzt, 6 neue Kleingewässer (Kuhlen) geschaffen, vorhandenes Dauergrünland durch Anlage von Gebüschhorsten in eine halboffene Weidelandschaft umgewandelt, Naturwaldbegrünung mit standortheimischen Laubgehölzen auf 14 ha durchgeführt und unter der Hochspannungsleitung ein Blühwiesenkorridor angelegt. Mit  dieser hier durchgeführten Biodiversifizierung hat der Verein die Basis für Biotope geschaffen, die dem in der Region lebenden Artenspektrum eine gute Lebensgrundlage bietet. Den vielen Gästen wird dieser Tag der Natur sicherlich in guter Erinnerung bleiben.

Weitere Informationen unter www.naturschutzverein-mittleres-nordfriesland.de

Bericht: Günter Jacobsen
Fotos: Melf Albertsen